"Zirkus - eine Welt, in der Wunder Wirklichkeit werden und der einzige Ort im Kosmos, wo man mit geöffneten Augen träumen kann".
Dieses Zitat erstrahlt von der Homepage des Zirkus Krone und macht bereits zu Beginn deutlich, auf welchem Prinzip ein solcher Zirkus fußt. Es wird verschleiert, vertuscht und schön geredet, denn neben den unterhaltenden Aspekten, wie etwa den Artisten, Clowns etc., befinden sich dort häufig nichtmenschliche Tiere in Gefangenschaft und werden des Profits wegen genutzt. Das Publikum, welches hauptsächlich die eigene Unterhaltung im Sinn hat, lässt sich schnell und gerne von einwandfreien Zuständen überzeugen. Die Besucher träumen im wahrsten Sinne des Wortes mit offenen Augen und wollen meist auch gar nicht aufwachen. Dabei benötigt es im Grunde nicht viel, um diese verlogene Scheinwelt zu verlassen; lediglich etwas Empathie und die Aufgabe der eigenen Belustigung auf Kosten Anderer.
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Argumente, die eine artgerechte Haltung vortäuschen sollen, spiegeln vielmehr den Wunsch nach Profit wieder, egal mit welchen Mitteln dieser erlangt wird. Da ein Zirkus nichtmenschliche Tiere stets ausbeutet, und sie gegen ihren Willen festhält, kann nie von artgerecht die Rede sein. Um dies zu erkennen, benötigt es ein Minimum an Beobachtungsgabe: Was genau kann an einer Haltung auf engstem Raum (verglichen mit ihrem eigentlichem Lebensraum) artgerecht sein, wo Fortbewegung kaum möglich ist, in Gruppen lebenden Tiere isoliert, oder umgekehrt, allein lebende Tiere mit Zwang zusammen geführt werden? Wie kann das Anketten und Einsperren von Lebewesen natürlich sein? Dies ist nur mit einem auf Macht basierenden Weltbild möglich, welches nichtmenschliche Tiere weder respektiert, noch als fühlende Lebewesen ansieht. Diese gerade genannte Macht ist der Motor, der dieses Geschäft am Laufen hält und erst möglich macht, was das Publikum mit Freude erwartet. Ohne Machtausübung, auch gerne Dressur genannt, würden diese, den Tieren abverlangten 'Kunststücke' nicht stattfinden. Zirkus Krone betont immer wieder gerne, dass die Mitarbeiter/Innen in einer liebevollen, freundschaftlichen Beziehung zu den Tieren stehen und auch diese beiden Punkte wichtige Aspekte in der Dressur darstellen. Freundschaft und Liebe sollten jedoch auf einem freien Willen basieren; wozu also Ketten, Gitter und andere Zwangsmittel wie Versorgungsabhängigkeit?
Weil Arten- sowie Tierschutz für ein gutes Image und eine hohe Besucherzahl immer wichtiger werden, müssen auch beim Zirkus Krone Märchen und unverschämte Theorien her, um dem Publikum die kritische Auseinandersetzung zu ersparen. So betont Zirkus Krone auf seiner Homepage: "In einer Zeit, in der die in freier Wildbahn lebenden Exoten immer mehr aus ihrer natürlichen Umgebung verdrängt werden, ist es für uns eine Verpflichtung, ihnen Lebensraum bei uns zu geben". Fast ironisch liest sich diese Behauptung, wenn mensch bedenkt, dass beispielsweise ein Tiger, der für gewöhnlich einen Lebensraum von etwa 40km² hat, glücklich sein soll, wenn ihm Zirkus Krone sichere 30m² anbietet.
Auch die Aussage, dass das „Wertvollste an Bord“ die Tiere seien, dass sie Partner, Freunde und gar zur Krone-Familie gehören, lässt an der Glaubwürdigkeit zweifeln, da - wie bereits erwähnt - wahre Freundschaft keinem Zwang unterliegen würde. Wertvoll sind die Tiere für Zirkus Krone daher nur aus rein materialistischer Sicht. Dieser hohe wirtschaftliche Nutzen muss, durch den Versuch die Tierausbeutung mit allen Mitteln zu legitimieren und diese sogar in einen karitativen Zweck umzuwandeln, gesichert werden.
Jedoch bliebe dies ohne Erfolg, wenn nicht die Unterstützung in Form von Besuchern und Anderen, die solche Betriebe akzeptieren, vorhanden wäre.
Die Toleranz, beispielsweise der Stadt Münster, die den Raum für solche Unternehmen zur Verfügung stellt, sowie die zahlenden Gäste machen die dortige Ausbeutung fühlender Individuen erst möglich. Diese Verhältnisse dürfen nicht erst hinterfragt werden, wenn die völlig unzureichenden Gesetze zur Sprache kommen. Das Tierschutzgesetz darf nicht länger der Indikator für die Notwendigkeit des Handelns bzw. Nicht-Handelns sein. Eben diese muss sich ableiten von einer grundlegenden Ablehnung der Tierausbeutung. Tiere sind weder für die Belustigung noch für jeglichen anderen Nutzen der Menschen da, sondern existieren um ihrer selbst willen.